Don´t get around much anymore – Jazzsong

Entstehung und Geschichte

Don’t Get Around Much Anymore“ ist ein a Jazz Standard, komponiert von Duke Ellington (Musik) und Bob Russell (Text). Der Song hatte zuerst den Titel „Never No Lament“ und wurde instrumental von der Duke Ellington Big-Band 1940 aufgenommen. Russells Songtext wurde 1942 hinzugefügt und der Songtitel umbenannt.
In zwei verschiedenen Versionen (vokale Version der The Ink Spots und instrumentale Version von Duke Ellington) wurde 1943 „Don’t Get Around Much Anymore“ eine Nummer 1-Hit in den amerikanischen R&B-Charts. Ellington selbst konnte auf Grund des Streiks der Gewerkschaft selbst zunächst keine eigene Fassung mit Gesang aufnehmen. Dieser Streik galt aber nicht für ausschließliche Vokalgruppen, so dass die Ink Spots bei Decca 1943 die erste Aufnahme mit Gesang machten. Ellington selbst nahm erst 1947 eine eigene Fassung mit Gesang auf. (vgl. K. J. McElrath in http://www.jazzstandards.com/compositions-1/dontgetaroundmuchanymore.htm)

Textbedeutung und Thema des Songs

In dem Song geht es um „eine Mischung Trotz und Traurigkeit, aus gespieltem Zynismus Zynismus und romantischem Kummer“ (H.J. Schaal, Jazzstandards, 2001). Der Text handelt von Liebeskummer wie z.B. die Textzeile zeigt: „Missed the Saturday dance“, der lapidar ohne Nennung des Wortes „I“ vorgetragen wird.

Die Musik

Die Songform ist die AABA-Form. Der Song steht in C-Dur und weist überwiegend Standard-Akkordverbindungen des Swing auf. Der A-Teil besteht aus einer schlichten Melodie in Dur, deren erste auftaktige Phrase endet auf e, der Terz des C-Dur-Akkordes. Dies ist das markante Erkennungszeichen des Songs. Diese Phrase wird wiederholt und durch eine zweiteilige Schlussphrase beendet, die leichte Chromatik in Takt 6 aufweist. Die Mischung aus großen Intervallsprüngen mit kleinen Tonschritten und Chromatik ist typisches Stilmerkmal der Melodik von Duke Ellington.

Wirkung

„Don´t get around mich anymore“ gehörte zum Standardrepertoire der Ellington-Band, es erschien auf zahlreichen Platten. Als Gesangsstück inspirierte es vor allem Sängerinnen und Sänger des Jazz wie Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Mel Thorme zu eigenen Interpretationen. Der Titel wurde stilübergreifend interpretiert, so wurde er auch im Cool-Jazz von Dave Brubeck gespielt sowie im Bebop-Stil von Clifford Jordan. Auch Pop-Sänger wie Rod Stewart nahmen den Song auf.

  • 1940 Duke Ellington: Never No Lament the Blanton-Webster Band
  • 1943 The Ink Spots
  • 1952 Milt Jackson: Wizard of the Vibes (Blue Note Records)
  • 1957 Ella Fitzgerald Sings the Duke Ellington Songbook (Verve Records)
  • 1957 Nat King Cole: Just One of Those Things (album)
  • 1961 Mel Tormé: The Duke Ellington and Count Basie Songbooks (Verve Records)
  • 1961 Sam Cooke: My Kind of Blue
  • 1961 Etta James: The Second Time Around (Argo Records)
  • 1962 Duke Ellington: The Great Paris Concert (Atlantic)
  • 1978 Willie Nelson: Stardust
  • 1987 Paul McCartney: Snowa w SSSR
  • 1989 Harry Connick, Jr.:When Harry Met Sally (Soundtrack)
  • 1991 B. B. King: the King of the Blues (Compilation)
  • 1991 Natalie Cole: Unforgettable… with Love
  • 1995 Chicago: Night & Day Big Band
  • 1996 Michael Bublé: BaBalu
  • 2003 Rod Stewart: As Time Goes By: the Great American Songbook 2
  • 2010 Cliff Richard: Bold as Brass

01.02. 2015 © Jazzband-live